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Donnerstag, den 27. Oktober 2011 um 10:56 Uhr

Der Stromberg in uns allen

Stromberg ist eine unheimlich beliebte, satirische Fernsehserie, die im Businesskontext spielt. Der geniale Christoph Maria Herbst spielt in der Titelrolle einen „kleinen“ linkischen Gruppenleiter, der nach oben buckelt, nach und tritt. Der Schauspieler selbst stellt die These auf, dass der Unsympat Stromberg deswegen bei den Zuschauern so beliebt ist, weil in jedem von uns etwas Stromberg steckt. Ist das so? Auch in Ihnen?

Stromberg mobbt nach Herzenslust, er trickst wo er nur kann, hängt sein Fähnchen in den Wind, drückt sich vor jeder unangenehmen Arbeit, ist fachlich völlig inkompetent aber er schlawienert sich trotzdem immer durch. Die Figur Stromberg ist gnadenlos überzeichnet. Aber nicht nur deshalb ist sie so brüllend komisch. Schließlich fällt jedem von uns sofort jemand ein, bei dem Stromberg abgeschrieben sein könnte. Meist sind es eigene Kollegen oder Vorgesetzte, die einem da in den Sinn kommen. Herbst selber bekommt von seinen Fans E-Mails, die ihm aus der Realität berichten: „Kommen Sie mal einen Tag zu uns, das wahre Leben ist noch schlimmer“.

Warum sind manche Menschen so? Eine Studie von Nathanael Fast, von der Universität von Southern California findet zumindest eine mögliche Ursache. Deren Fazit: Gibt man Menschen mit geringem Selbstwertgefühl Macht (Führungsposition), entwickeln Sie häufig eine Tendenz zum Sadismus. Die extremsten Ausprägungen davon kennen Sie vielleicht aus dem Film oder Buch „Das Experiment“, dessen Handlung auf wahren Begebenheiten beruht. Lesen Sie dazu auch "Macht verdirbt den Charackter".

Geringes Selbstwertgefühl findet man zum Beispiel bei Führungskräften, die aus einem sozial schwachen Milleu oder aus einfachen Berufen mit niedrigem Status stammen. Es kann aber auch zahlreiche andere Gründe (z.B. Außenseiter in der Schulzeit oder Körpergröße) geben, die einen mit einem geringen Selbstwertgefühl prägen. Die Folge: Menschen mit dieser Prägung suchen permanent nach Gelegenheiten sich selbst aufzuwerten und versuchen andererseits jegliche Form der Abwertung zu vermeiden. Entsprechend neigen sie zum Mobbing, was den gemobbten psychisch kleiner erscheinen lässt. Sie lassen Untergebene spüren wie nichtig sie sind, denn das wertet das eigene Ego auf. Gegenüber Vorgesetzen versuchen sie sich permanent ins beste Licht zu rücken, um dann hinter seinem Rücken auch den Vorgesetzten abzuwerten. Natürlich sind Menschen mit Selbstwertproblemen nie an irgendetwas schuld. Auf Kritik reagieren sie aggressiv.

Und so ein Stromberg soll in uns alle stecken? Wenn Sie jetzt denken „in mir nicht“, dann ist diese Abwehrhaltung schon der erste Hinweis darauf, dass Sie betroffen sind. Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl stehen zu ihren Fehlern. Sie tragen Verantwortung und vertragen Misserfolge. Weil sie mit sich selbst im reinen sind, stört es sie nicht, wenn sie mal von anderen kritisiert werden. Im Gegenteil, ihnen ist jedes Feedback willkommen, weil sie wissen, dass sie das nur noch besser macht. Doch wer erfüllt schon immer dieses Ideal. Die menschliche Psyche ist geschickt genug, um jeden Hinweis auf einen Verstoß gegen dieses Ideal gut vor uns selbst zu verstecken.

Letztlich trägt jeder von uns Verletzungen aus der Vergangenheit, Misserfolge, Zurückweisungen und negative Erfahrungen als tiefe psychische Narben mit sich rum. Und so reagiert jeder von uns in manchen Situationen auch mal aus einem zu geringen Selbstwertgefühl heraus. Nur typisch menschliche Mechanismen sorgen dann sofort für Rechtfertigungen, die uns für unser eigenes Fehlverhalten Blind machen. Ihre Blinden Flecken müssen Sie finden und aufdecken.

Wollen Sie diesen Stromberg in sich selbst eliminieren, müssen Sie ihn erstmal erkennen lernen. Dazu müssen Sie mehrmals am Tag sehr streng, extrem aufrichtig und selbstkritisch mit sich selbst ins Gericht gehen. Suchen Sie gezielt nach Feedback und heißen Sie jede Kritik willkommen. Suchen Sie nach Situationen, in denen Sie auf Kritik negativ reagiert haben. Waren Sie verletzt? Wurden Sie aggressiv? Haben Sie sogar zurückgeschossen? Selbst wenn Sie sich „nur“ gerechtfertigt haben ist dies ein Signal, dass Ihre Psyche ihren Selbstwert in Gefahr sah. Achten Sie besonders auf Rechtfertigungen, die Sie zu sich selber sagen („jemand anders hat schuld“, „ich kann nichts dafür“, „er hat es nicht anders verdient“, „Ich musste…Ich konnte ja nicht anders“). Diese Selbstrechtfertigungen sind deutliche Hinweise für Fehlverhalten á la Stromberg.

Geeignete Gegenmaßnahmen bekommen Sie bei einem professionellen Coach oder in Seminaren mit einem großen Anteil an Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung. So lenkt ein Coach zum Beispiel Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Stärken und sucht mit Ihnen nach Spuren von Erfolgen und erfahrener Wertschätzung in Ihrer Vergangenheit. Er lädt Sie mit starken positiven Gefühlen (Ressourcen) für Ihren Arbeitsalltag auf. Sie können auch in Eigenregie beginne ein Tagebuch zu schreiben. Konzentrieren Sie sich dabei auf Erfolge und positive Erlebnisse. Selbstkritische Erkenntnisse sollten Sie gleich mit einer Lehre daraus und positiven Änderungsabsichten versehen.

In einer NLP-Ausbildung lernen Sie unter anderem zahlreiche Instrumente zum besseren Umgang mit eigenen Gefühlen und störenden Verhaltenstendenzen kennen. Und das in den USA preisgekrönte HR-Training „Heikle Gespräche“ stärkt mit großem Selbsterfahrungsanteil die eigenen Dialogfertigkeiten, so wie Ihre Kontrolle über störende Emotionen. Das führt schnell zu besseren Resultaten und mehr Team-Commitment im Tagesgeschäft. So wird ihr persönlicher Stromberg immer kleiner und unbedeutender.

Über den Autor, Peter Rach:

Peter Rach ist erfahrener Coach (DVNLP), NLP-Trainer und Inhaber der Consultingfirma man2fan, die sich auf das Thema Mitarbeiter-Begeisterung und Teamentwicklung spezialisiert hat. Sitz ist in Mömbris, in der Nähe von Aschaffenburg und dem Rhein-Main-Gebiet. Zielgruppe sind vor allem mittelständische Unternehmen, die ihren Erfolg auf dem herausragenden Engagement ihrer Mitarbeiter aufbauen wollen. Die Geschäftsleitung hat Peter Rach, Diplomkaufmann für Marketing und Wirtschaftspsychologie, erfahrener Coach, Trainer und Marketing-Profi. Das Team besteht aus einem großen Netzwerk an erfahrenen Trainern, Psychologen und Coaches als freie Mitarbeiter. Sprechen Sie den Autor an: Peter Rach, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder 0177-4497497.

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